Stripperhosen selber machen


Stripperhosen, auch stripper pants oder rip away pants genannt, sind ein toller Effekt in einer Performance, weil sie das Publikum jedesmal überraschen. Außerdem sind sie auch die einfachste Art und Weise, auf der Bühne würdevoll eine Hose auszuziehen. Wie Du in dem Videoschnipsel oben (aus Kitty Koketts und meiner „Superfräuleins“-Nummer) siehst, muss es nicht immer die klassische Stripperhose sein, die man in einem Stück nach vorne wegzieht – genauso gut kannst Du sie in zwei Teilen zur Seite wegreissen, oder von jemandem wegreissen lassen, wie es auch immer am besten Deiner Nummer dient. Und natürlich lässt sich das Prinzip auch auf alle anderen Kostümteile anwenden.

Bevor wir ins Detail gehen, noch ein paar Worte zu den am weitesten verbreiteten Arten von Stripperhosen: die mit Druckknöpfen und die mit Klettverschluss. Klettverschluss hat aus den folgenden Gründen in einem Burlesque-Kostüm nichts zu suchen: – er macht beim Öffnen furchtbare Geräusche, die in der Regel trotz Musik deutlich zu hören sind; – er bleibt an allem hängen, was Du darunter anhast; – er bleibt auch an allen anderen Dingen hängen, die er berührt (wie z. B. die Strümpfe der Stagemaid und Deiner Performerkollegen) und ruiniert sie.DruckknöpfeWenn Du eine normale Hose in eine Stripperhose umwandeln möchtest, sollte sie etwa eine Nummer grösser als Deine regulären Hosen sein, da die eine Seite die andere um ca. 1 cm überlappen muss. Außerdem solltest Du bedenken: je mehr Du Dich in der Hose bewegst, desto weiter sollte sie sein, oder desto mehr und desto stärkere Druckknöpfe solltest Du benutzen, damit sie nicht vorzeitig aufplatzt und der Überraschungseffekt ruiniert ist.

Meine Arbeitsweise:
Nachdem ich die passende Hose (kein Stretch!) ausgesucht habe, sehe ich mir die Nähte an – die Hose aus dem Video oben konnte ich durch das Auftrennen der Nähte in der Mitte ohne Stoff zerschneiden zu müssen in zwei Teile teilen. Bei anderen Hosen kann es einfacher sein, die äußeren Nähte aufzutrennen. Dann lege ich die Hosenbeine auf den Boden und markiere auf dem vorderen und dem hinteren Teil die Stellen, an denen ich die Druckknöpfe annähen werde. Zuerst nähe ich nur die Druckknöpfe an den wichtigsten Stellen und probiere die Hose an, um sicherzugehen, daß sie nicht zu eng wird. Die Vorderseite sollte die Hinterseite überlappen, damit das Publikum die Druckknöpfe nicht sehen kann.
Wenn die Hose passt, kannst Du die restlichen Druckknöpfe annähen. Sollte die Hose jetzt zu eng sein, kannst Du eine Zierleiste aus einem festen Stoff einnähen und so ein bis zwei Größen gewinnen. Probe Deine Nummer unbedingt mit der Hose, damit Du rechtzeitig rausfindest, ob Du noch mehr und/oder noch stärkere Druckknöpfe brauchst. Als Faustregel gilt: je größer ein Druckknopf ist, desto stärker hält er. Du kannst aber auch mit einem spitzen Gegenstand die Drähte im (Metall-)Druckknopf vorsichtig verbiegen, so dass sein Halt stärker oder schwächer wird. Außerdem gibt es auch nahezu unsichtbare Nylondruckknöpfe, die sehr starken Halt haben – für eine lange Hose eher zu starken Halt. Wer nicht nähen möchte, kann auch eine Druckknopfzange verwenden, am schonendsten für den Stoff ist jedoch das Nähen, zumal Du angenähte Druckknöpfe am leichtesten versetzen kannst.

Stripperhose mit Druckknöpfen

In diesem Sinne: happy stripping!

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